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Workshop + Exkursion: LEAN Methoden in der Anwendung (SMED) - SEW Eurodrive

Workshop + Exkursion: LEAN Methoden in der Anwendung (SMED) - SEW Eurodrive
Autor:

Henning Kröger

Datum: 2015/06/17

Bereits das dritte mal hintereinander empfing uns SEW auch dieses Jahr, um uns LEANern vom KIT Einblicke in die Rüstzeitoptimierung aufzuzeigen.

Wie zuvor auch, fand der Workshop bei SEW Eurodrive in Graben-Neudorf in der Lehrwerkstatt, unweit von Karlsruhe statt. An die Thematik der Rüstzeitoptimierung wurden wir dabei von den Herren Weber & Gutbrod vom Inhouse-Consulting WIEPRO sowie dem Ausbildungsmeister Herrn Wiedemann herangeführt.

Nach einer kurzen Vorstellung der Süddeutschen Elektromotoren Werke und deren Fertigungstiefe von ~80% und dem Inhouse Consulting WIEPRO ging es auch gleich in die Thematik Rüstzeit.

Unter Rüstzeit versteht nach REFA die Zeit, die je nach Auftrag nur einmal auftritt und dazu dient, Maschinen, Arbeitsplatz, Mitarbeiter und Betriebsmittel zur Auftragsausführung vorzubereiten bzw. nach dessen Beendigung wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzusetzen.

Minimiert werden sollte diese Dauer durch das SMED (Single Minute Exchange of Die)-Verfahren. Dieses sieht vor, interne von externen Rüstvorgängen zu Trennen, diese zu Standardisieren und Justiervorgänge zu Beseitigen.

Ziel soll es sein, durch geringe Rüstzeiten eine höhere Flexibilität in der Fertigung zu erhalten und damit die Kundenorientierung durch individualisierte Produkte zu erhöhen. Es führt ferner zu geringeren Umlauf- & Lagerbeständen sowie einer geringeren Durchlaufzeit.

Um den Prozess des Rüstens aufzunehmen wurden 2 Methoden aufgezeigt:

Das Aufnahmeblatt: Auf ihm werden alle benötigten Arbeitsschritte und dazugehörige Zeiten festgehalten
Das Spaghetti-Diagramm: Anhand einer Arbeitsplatzskizze werden Laufwege festgehalten

Bei einem ersten Rüstvorgang, durchgeführt durch Herrn Wiedemann, wurden die beiden Methoden von je 2 Gruppen aufgenommen. Das Rüsten geschah an einer Index G200. Anschließend wurden die aufgenommenen und beobachteten Ergebnisse innerhalb der Gruppen besprochen und mögliche Verbesserungen diskutiert. Da noch keine Investitionen getätigt werden durften, fokussierten sich beide Gruppen auf aufteilen zwischen Externen und Internem Rüsten.

Die erarbeiteten Ergebnisse wurden vor allen Vorgestellt und Herr Wiedemann nahm anschließend Stellung dazu und gab Einblick in die Umsetzbarkeit.

Nach der Mittagspause, schaffte Herr Wiedemann eine Verbesserung von 21:01min auf 12:05min durch folgende Maßnahmen:

Nullpunkt in der Maschine bereits angegeben
Werkzeugkorrektur bereits aufgenommen
Arbeitsauftrag lag bereit
Werkzeuge waren eingestellt + vorbereitet & sortiert am Arbeitsplatz
Spannbacken wurden beim Futterausbau nicht ausgebaut

Gefühlt fand Herr Wiedemann die Arbeit angenehmer und produktiver, bemerkte aber, dass er noch Luft für Verbesserungen habe.

Auch der verbesserte Durchlauf wurde durch beide Gruppen nach Arbeitsschritten & Zeiten sowie der Laufwege protokolliert und wie beim vorherigen Durchgang diskutiert. Neue Verbesserungen, diesmal auch durch Investitionen, wurden erörtert. Die durch die Verbesserungen eingesparte Zeit wurde abgeschätzt und eine neue Zielzeit definiert.

Die gesamten Ergebnisse wurden wieder allen Vorgestellt und anschließend von Herrn Wiedemann kommentiert. Dieser wies dabei darauf hin, das auch gewisse Vorschriften (UVV) zu beachten sind, und nicht alle Vorschläge umsetzbar sind.

Einig waren sich beide Gruppen, das ein Rüstwagen an der Maschine erhebliche Zeitersparniss bedeute.

Bei einem letzten Durchgang zeigte Herr Wiedemann, wie ein optimierter Rüstvorgang aussehen könnte. Verbesserungen:

Rüstwagen mit definierten Ablageflächen
größere Stellfläche für Werkzeuge am Bedienterminal
Akkuschrauber zum Anziehen der Spannfutterschrauben
Paralleles Rüsten von Werkzeugen

Herr Wiedemann erreichte eine Rüstzeit von 7:30min, machte dabei aber auch deutlich, dass eine solche Zeit nicht die neue Vorgabezeit wäre, da dies auf großen Widerstand innerhalb der Belegschaft führen würde.

Auf die anschließende Abschlussdiskusion folgte ein Q&A:

Wie Lang dauert ein Workshop?

A: 12 Wochen. Erste Tage Rüstzeitanalyse und erste Rüstpläne entwickeln

Wie genau wird analysiert? Bei uns war es eher pi*daumen.

A: AUch im Projekt wird schnell überschlagen. Wo kann man tendenziell Zeit sparen, was lässt sich schnell verwirklichen.

Es wurden anschließend berufliche Perspektiven bei der SEW durch den Herrn Frankenberg vorgestellt.

Anschließend gab es noch eine 90min Werksführung durch die Fertigung der Hohlwellen und der Montage.