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Exkursion SEW Eurodrive

Exkursion SEW Eurodrive
Autor:

Georg Schreiber

Links:
Datum: 01.06.2011

Am 01. Juni 2011 stand eine Doppelexkursion zu SEW Eurodrive in Graben-Neudorf beziehungsweise Bruchsal an. Empfangen wurden wir morgens von Herrn Markus Reichert von der WIEPROconsulting, einer internen Beratung der SEW (ca. 70% eigene Projekte).

Anfangs wurden die Erwartungen und Wünsche der 13 Exkursionsteilnehmer abgefragt. Hierbei wurden vor allem die Planung und konkrete Umsetzung einzelner Methoden, die Art, wie die LEAN-Philosophie im Unternehmen kommuniziert wird, die Einbindung von Lieferanten in die LEAN-Methoden oder aber auch Einstiegsmöglichkeiten bei der SEW genannt. Zum letzten Punkt wurden uns von Herrn Patrick Frank im Verlauf des Vormittags die Einstiegsmöglichkeiten erläutert.

Daraufhin wurde das Unternehmen SEW vorgestellt. Das Produktportfolio umfasst unter anderem Getriebemotoren und elektronische Komponenten wie Feldverteiler und Antriebssteuerungen. Die Produkte sind hierbei im oberen Preissegment angesiedelt, SEW hält im Bereich Getriebemotoren die Qualitätsführerschaft und ist mit diesen Produkten bei ca. 40% Marktanteil Weltmarktführer.

Nach einer Vorstellung der WIEPROconsulting mit ihren Hauptaufgaben Geschäftsprozessoptimierung, Markteinführung und Prozessentwicklung, Schulungen und Werksplanung wurde das SEW-Wertschöpfungssystem besprochen.
Das Ziel des SEW-Wertschöpfungssystem „Durchgängige Geschäftsprozessexzellenz über die ganze Wertschöpfungskette im Unternehmen“ wird von der Organisation, den Gestaltungsprinzipien, speziell an SEW angepasste Methoden und internationalen Strategien getragen.

Die Gestaltungprinzipien sind:

  • Ordnung am Arbeitsplatz
  • Optimierung der Abläufe
  • Kommunikation
  • Verbesserung der Leistung
  • Management und Innovation

Nach weiteren Informationen, z.B. über das 10-Phasen-Modell bei WIEPROconsulting Projekten, ging es in die wohlverdiente Kaffeepause, in der angeregte Gespräche mit Herrn Reichert und Herrn Frank geführt wurden.

Weiter ging die Präsentation mit der Vorstellung der Logistik im Werk Graben-Neudorf.

Nun folgte die Werksbesichtigung. Produziert wird im 3-Schicht-System, die Produktionslinien sind hierbei meist redundant um bei Maschinenausfällen eine weitere Produktion zu gewährleisten. SMED-Konzepte für die bestehenden Maschinen „liegen in der Schublade“, werden aber aufgrund der Investitionskosten erst bei Maschinenneubeschaffung berücksichtigt. An jeder Produktionslinie stehen PEAK-Tower, die Auskunft über Performance, Effektivität, Arbeits- und Prozessqualität und Kommunikation zur jeweiligen Linie geben.
Im Werk in Graben-Neudorf wurden die Nachteile eines FTS (Fahrerloses Transportsystem) deutlich. Das FTS wurde vor 14 Jahren implementiert und seitdem konnten keine größeren Änderungen, zum Beispiel an den Fahrwegen, vorgenommen werden, da dies mit hohen Kosten verbunden wäre. Die Folge ist, dass sich Neukonzeptionen im Werk immer am Rahmen des FTS orientieren müssen. Dieses Problem soll demnächst mit einem SEW-eigenen System behoben werden.

In den Montageinseln im Werk werden die einzelnen Kundenaufträge abgerufen und dann im One-Piece-Flow innerhalb der Insel montiert.

Im größten Teil des Werkes ist One-Piece-Flow etabliert, allerdings existieren auch noch Fließfertigungslinien an denen solche Methoden nicht umsetzbar sind.

 

Der Exkursionsteil in Graben-Neudorf wurde mit einem Mittagessen in der Kantine abgeschlossen bevor wir weiter nach Bruchsal fuhren.
In Bruchsal wurden wir von Herrn Tobias Wolf, ebenfalls Mitarbeiter bei WIEPROconsulting, empfangen. Auch in Bruchsal wurde uns anhand einer Präsentation eine Übersicht über das Werk geboten. Im Elektronikwerk in Bruchsal werden von 360 Mitarbeitern ca. 10% des Unternehmensumsatzes erwirtschaftet. Das Ziel einer sehr kurzen Durchlaufzeit (2h bis 2 Tage) kann nur erreicht werden, indem 90% der Fertigung kundenneutral durchgeführt wird. Außerdem existiert ein Rohteilelager, auf Zwischenlager kann dagegen verzichtet werden. In Bruchsal kann relativ problemlos in der Kapazitätsspange von 60-160% gearbeitet werden, somit kann auf Marktbewegungen flexibel reagiert werden. An den Inseln arbeiten je nach Marktnachfrage meist 1-3 Personen. Die Fertigteile werden dann in Ausgangspuffer gelegt. Bei Eingang eines Kundenauftrags werden dann die benötigten Teile aus den unterschiedlichen Ausgangspuffern abgeholt.

Der Grundsatz „Kundenorientierung statt Auslastung“ führt dazu, dass viele verschiedene Montageinseln im Werk vorhanden sind, dort aber nur gearbeitet wird, falls die Marktnachfrage dies verlangt. Dadurch arbeiten im Werk, bezogen auf die Fläche des Werkes und die vorhandenen Inseln und Maschinen, relativ wenig Mitarbeiter.
Nach einer Pause bei Kaffee und Kuchen wurde gerade dieser Umstand in einer Feedback- und Fragerunde leidenschaftlich diskutiert.

Mit sehr vielen, neuen Eindrücken und dem Ausblick auf weitere Exkursionen oder andere Zusammenarbeit mit SEW haben wir uns dann am späten Nachmittag wieder auf den Weg nach Karlsruhe begeben.